Beginn 20:00 Uhr | Einlass 19.00 Uhr | Eintritt: Vvk. 18,- € / Abendkasse: 20,- €
Innenhof des Weingutes Artur Steinmann
Hommage
Michael Kibardin (Violine), Jens-Uwe Popp (Gitarre) und Guido Jäger (Kontrabass) waren viele Jahre lang enge musikalische Weggefährten des Bajanvirtuosen und Komponisten Efim Jourist, der 2007 im Alter von 60 Jahren verstarb.
Efim Jourist galt als der Paganini des Bajans, des russischen Knopfakkordeons. Geboren in Sibirien, gelang ihm in Russland eine unvergleichliche Karriere und er wurde schließlich als „verdienter Künstler der Sowjetunion“ ausgezeichnet. Auch in Deutschland erwarb er sich schnell einen Namen und war als Solist und mit seinem Quartett auf den großen Bühnen zuhause. Seine Leidenschaft galt dabei dem russischen Tango, den er auf seine einzigartige Weise für das Quartett arrangierte und mit eigenen Kompositionen verband. Er war aber auch ein großer Verehrer des argentinischen Komponisten Astor Piazzollas, dem er einige seiner Arrangements widmete. Nach seinem überraschenden frühen Tod, beschlossen Michael Kibardin, Jens-Uwe Popp und Guido Jäger, ein Nachfolgequartett zu gründen und die Musik Efim Jourists weiterleben zu lassen. Sie konnten dafür den Preisträger des New Yorker Wettbewerbs „Golden Accordion“, Alexander Pankow am Bajan gewinnen, der den manchmal halsbrecherischen Part mit Bravour meistert. Das Kibardin-Quartett wird inzwischen als „musikalisches Ereignis“ (Südwestpresse) bei den renommierten Festivals gefeiert.
„Russland und Tango?“„Ja, auch Osteuropa wurde einst früh vom Fieber angesteckt und hat seine ganz eigenen Tango-Varianten entwickelt. Die Melancholie des Tangos und die sprichwörtliche Schwermut der russischen Seele harmonieren nicht schlecht. Efim Jourists russische Musik besteht aus einer Folge von Variationen, ständig wechselnd in Tempo, Ausdruck und Dynamik. pathetisches Rubato, Klassik-Gesten, Gypsy-Jazz, Musette-Walzer, Polka-Leidenschaft, Tango-Rhythmen: Das alles konnte Jourist in ein einziges Stück packen, komplex arrangiert, mit originellen Gegenstimmen und effektvollem Finale. Technisch verblüffende, rhythmisch vertrackte, aber immer unterhaltsame Musik-Collagen, die auch ein Klassik-Publikum von den Sitzen reißen konnten.
Kibardin Quartett
Mikhail Kibardin –Violine
Mikhail Kibardin wurde in Taschkent (Usbekistan) geboren. Im Jahre 1986 wurde er in die Klasse von Prof. Mendelssohn an der Hochschule in Taschkent aufgenommen. Schon kurze Zeit später nahm der junge Geiger sehr erfolgreich anersten Wettbewerben teil. Als Solist des Usbekischen Rundfunkkammerorchesters und des Moskauer Kammerorchesters Ákademie war Mikhail Kibardin schon von Anfang an im kammermusikalischen Bereich sehr aktiv. Er bereiste die ehemaligen Sowjetrepubliken und ganz Europa. Daneben ist er auch regelmäßig als Solist zuhören gewesen. 1995 führte ihn sein Weg nach Hamburg, wo er das Studium an der Hochschule für Musik und Theater fortsetzte, sein Diplom mit Auszeichnung ablegte und anschließend ein Konzertexam absolvierte. Die Teilnahme anverschiedenen internationalen Meisterkursen (u.a. bei Ivry Gitlis, YfrahNeamann, dem Beaux Art Trio und dem Guarneri Quartett) vervollkommnete seine Ausbildung. Mikhail Kibardin ist Preisträger des internationalen Wettbewerbs in Gernsbach, des Elise Meyer-Wettbewerbs Hamburg und Stipendiat der Oskar und Vera Ritter Stiftung in Hamburg. Zur Zeit arbeitet Mikhail Kibardin mit dem Scardanelli Quartett, tourte mit dem Schauspieler Ulrich Tukur und ist der Violinist und Namensgeber des Kibardin Quartetts.
Jens-Uwe Popp – Gitarre
Jens-Uwe Popp studierte klassische Gitarre in Lübeck und Hamburg. Im Hamburger Gitarrenduo war er mehrfach Preisträger bei internationalen Kammermusikwettbewerben und arbeitete mit bekannten Künstlern wie Efim Jourist, Christiane Edinger, Ulrich Tukur und Dominique Horwitz zusammen.
Er ist Kammermusikpartner von Giora Feidman und konzertiert im gleichnamigen Trio weltweit. Seit 2005 bildet er mit David Orlowsky und Florian Dohrmann das „David Orlowsky Trio“. Ihre CD "Noema" (SonyBMGclassical 2007) wurde mit dem"Echo 2008" in der Kategorie "Klassik ohne Grenzenausgezeichnet. Die aktuelle CD des Trios "Nessiah" erschien imOktober 2008 bei SonyBMGClassical. Mit dem Mandolinisten Jochen Roß verbindetihn eine langjährige Zusammenarbeit. Nach der CD Zeitpunkte (2000) mi tzeitgenössischer Musik für Mandoline und Gitarre veröffentlichten Jochen Roß und Jens-Uwe Popp im Dezember 2008 ihre aktuelle CD "The Ten Islands"mit schottischer Musik. Mit dem Bajan-Virtuosen Efim Jourist verband ihn einemehr als zehnjährige Zusammenarbeit.
Alexander Pankov – Bajan
Alexander Pankov studierte Akkordeon an der Musikhochschulen Novosibirsk undKöln. Während seines Musikstudiums wurde er Preisträger bei den internationalenWettbewerben in New York "Golden Accordion", Tscherepowetz ("Pokal des Nordens"), Woronesch (5. Allrussischer Wettbewerb) und Wladiwostok ("Pokal des Fernen Ostens"). Seitdem kann man ihn aufzahlreichen Bühnen mit unterschiedlichen Projekten hören. Er engagiert sich als Solo-Interpret klassischer Transkriptionen und Originalwerke für Akkordeon (Bajan), ist gefragter Solist in verschiedenen Ensembles und Orchestern sowie Studio- und Rundfunkmusiker.
GuidoJäger - Bass
Guido Jäger studierte Kontrabassan der Musikhochschule in Lübeck und lebt heute als freier Musiker und Komponist bei Hamburg. G. Jäger tourte mit der Philharmonie der Nationen durch Israel und Spanien, bevor TomWaits ihn für das Stück Alice von Bob Wilson ans Thalia Theater engagierte.Gastspiele in den USA , Italien und Portugal. Seit 1995 verbindet ihn eineintensive Zusammenarbeit mit Giora Feidman, gemeinsame Konzerte, Fernsehauftritte, CD-Produktionen, sowohl als Kontrabassist als auch Komponist. Vier Jahre langspielte Guido Jäger im Efim Jourist Quartett, nahm mit dessen Ensemble die CD„Russian Rhapsody“ bei Radio Bremen auf. Außerdem Konzerte und / oderCD-Produktionen mit Ulrich Tukur, Burkhardt Klaußner, Dominique Horwitz, Iris Berben u.a..
http://www.kibardin-quartett.com